21. November 2019
 

SHB Innovative Fondskonzepte AG & Co. Renditefonds 6 KG

SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Renditefonds 6 KG

SHB Renditefonds 6: Für den Anleger ein nicht kalkulierbares Risiko!

Nach der Emission der Hochrisiko-Fonds SHB Fonds BusinessPark Stuttgart, SHB Fonds Carré Göttingen, SHB Fonds FFB und München und SHB Altersvorsorgefonds bot die SHB den Anlegern den SHB Renditefonds 6, in vielen Fällen als vermeintlich sichere Investition, an. Auch hier drohen erhebliche Risiken. im Einzelnen.

Investments in Einzelhandelsimmobilien

Der von der SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Renditefonds 6 KG im Jahre 2008 emittierte geschlossene Fonds mit einem Fondsvolumen von € 355 Mio. investiert die Anlegergelder in Einzelhandelsimmobilien in Bayern und Baden-Württemberg.

Angeblich besser als ein Sparbuch

Viele Anleger wurden mit dem Hinweis auf die angeblichen guten Ratings und mit dem Argument gelockt, dass es sinnvoller sei, das Geld in den geschlossenen Fonds anstatt auf ein Sparbuch, auf ein Tagesgeldkonto oder als Festgeld anzulegen, weil bei Letzteren die Bank die Renditen einbehalten würde wohingegen bei dem Renditefonds 6 die Anleger direkt die Renditen vereinnahmen könnten.

Tatsächlich besteht Totalverlustrisiko

Leider ließen sich so viele Anleger überzeugen ohne zu wissen, dass der Renditefonds 6 das Risiko des Verlustes bis hin zum Totalverlust birgt. Darüber hinaus wussten die meisten Anleger nicht, dass sie mit ihrem Vermögen bis zur Höhe der Einlage für die Verbindlichkeiten des Unternehmens haften und die Beteiligung frühestens zum 31.12.2025 kündbar ist. Eine wirksame Kündigung bedeutet jedoch nicht, dass die Anleger das eingesetzte Kapital zurückerhalten. Vielmehr haben diese nur einen Anspruch auf Auszahlung des sogenannten Auseinandersetzungsguthabens, welches den tatsächlichen Wert der Beteiligung zum Zeitpunkt der Kündigung darstellt und der weit unter dem eingezahlten Kapital liegen kann. Im schlimmsten Fall kann das Auseinandersetzungsguthaben gegen Null tendieren.

Zweifelhafte Ratings

Worüber aber weder die Fondsgesellschaft noch die Anlagevermittler die Anleger aufklärten, ist die Tatsache, dass die Ratingagenturen von der Fondsgesellschaft gegen Honorar beauftragt wurden. Deshalb ist die Objektivität der Ratingangenturen oft zweifelhaft; verlässliche Aussagen über eine bestimmte Kapitalanlagen oder Unternehmen sind Mangelware. Ratingagenturen stehen schon seit geraumer Zeit im Zentrum der Kritik, weil sie oft zu positive Ratings vergeben. Zudem gibt es einen bekannten Interessenskonflikt, da die Ratingagenturen einerseits objektiv die Kreditwürdigkeit von Unternehmen bewerten sollen, aber andererseits von diesen Unternehmen bezahlt werden.

Prüfverfahren der Ratingagentur enthält schwere Fehler

Bereits im Jahre 2009 kam der Fachautor und Fondsexperte Werner Siepe in einem Gutachten über das Prüfverfahren der Ratingagentur TÜV, mit deren Bewertung auch die Fondsgesellschaft warb, zu dem Ergebnis, dass das Prüfverfahren „schwere Fehler“ enthält. Im Ergebnis seien die Bewertungen verschönt und führen potentielle Anleger in die Irre. Auch die Bewertung des Renditefonds 6 war Bestandteil des Gutachtens. Herr Werner Siepe kam in seinem Gutachten zu dem Ergebnis, dass der Renditefonds 6 so viele Komponenten vorsieht, die kaum jemand genau durchblicken kann. Ein Anleger habe Schwierigkeiten in der Verständlichkeit der Ausführungen und benötige deshalb Unterstützung von dritter Seite. Die Fondsgesellschaft wirbt mittlerweile zwar nicht mehr mit den angeblich guten Ratings auf Ihre Homepage. Allerdings zeichnete der größte Teil der Anleger den Fonds als damit noch geworben worden ist.

Anleger getäuscht

Dadurch glaubten viele Anleger, dass der Fonds von objektiven unabhängigen Ratingagenturen geprüft und für bedenklos erklärt wurde. Sie gingen von einer guten Bonität und damit von einer risikoarmen Investition aus. Die Anleger sind mit der Zeichnung tatsächlich aber ein nicht kalkulierbares Risiko eingegangen.

Schutzgemeinschaft vermittelt Anlegeranwälte

Deshalb raten wir allen betroffenen Anleger, sich von einem auf das Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt beraten und Ansprüche prüfen zu lassen.