15. Dezember 2019
 

SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Altersvorsorgefonds KG

SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Altersvorsorge KG

Die SHB-Story

Die SHB Innovative Fondskonzepte AG sorgte bereits mit Fonds wie beispielsweise den SHB Fonds BusinessPark Stuttgart, den SHB Fonds Carré Göttingen und den SHB Fonds FFB und München für Aufregung. Viele Anleger mussten nach der Zeichnung der Fonds feststellen, dass sie durch die von den Anlagevermittlern teilweise als sicher dargestellte, auch für die Altersvorsorge geeignete Kapitalanlage, nicht richtig aufgeklärt wurden, weil die Fonds mit erheblichen Risiken hin bis zum Totalverlustrisiko behaftet sind.

Der Altersvorsorge-Fonds

Auch der von der SHB Innovative GmbH & Co. Altersvorsorgefonds KG emittierte geschlossene Fonds entpuppte sich – entgegen der Bezeichnung – als völlig ungeeignet zur Sicherung der Altersvorsorge. Und dies, obwohl die am 30.12.2005 gegründete Fondsgesellschaft mit  der Emission des Fonds im Jahre 2006 ausweislich des Verkaufsprospekts als Gesellschaftszweck „insbesondere“ die „Altersvorsorge ihrer Gesellschafter“ und damit der Anleger verfolgte. Der Fonds investierte die Gelder der Anleger in Immobilien. Insgesamt beteiligten sich der Fondsgesellschaft zufolge etwa 6.000 Anleger an dem Fonds.

Stiftung Warentest warnt vor dem Altersvorsorgefonds der SHB

Es kam, wie es kommen musste: Bereits kurz nach der Emission des Fonds warnte Stiftung Warentest Anleger im Februar 2007 vor dem SHB Altersvorsorgefonds. Gegenstand der Kritik waren damals die Beteiligungsformen „Einmalanlage“ und „Immorente-Plus“ (Variante 3). Stiftung Warentest teilte mit, dass diese Anlagen „hohe Risiken“ bergen würden und „deshalb zur sicheren Altersvorsorge“ ungeeignet seien.

Risiken des Altersvorsorge-Fonds: Totalverlust!

Die Rechtsanwälte der Schutzgemeinschaft meinen, dass es keinen Unterschied macht, welche Beteiligungsform der Anleger gewählt hat. Denn der als Altersvorsorgefonds bezeichnete Fonds birgt nicht nur das Risiko des Totalverlustes. Darüber hinaus haften die Anleger mit ihrem Vermögen bis zur Höhe der Einlage für die Verbindlichkeiten des Unternehmens. Zudem ist die Beteiligung frühestens zum 31.12.2021 kündbar. Bis dahin kann aber sehr viel passieren. Zudem bedeutet eine wirksame Kündigung nicht, dass die Anleger das eingesetzte Kapital zurückerhalten. Sie haben dann nur einen Anspruch auf die Auszahlung des sogenannten Auseinandersetzungsguthabens, das den tatsächlichen Wert der Beteiligung zum Zeitpunkt der Kündigung darstellt und der weit unter dem eingezahlten Kapital liegen kann. Im schlimmsten Fall kann das Auseinandersetzungsguthaben gegen Null tendieren. Riskant war auch von Anfang an die Tatsache, dass zum Zeitpunkt der Emission mehr als die Hälfte der Immobilien unbekannt waren.

SHB-Vorstand Baron hat schon mal Pleite gemacht

Brisant ist auch, dass über das Vermögen des damaligen Vorstandsmitgliedes der Fondsgesellschaft, Herrn Horst G. Baron,  der gleichzeitig auch Fondsmanager war, am 02.01.1991 das Konkursverfahren eröffnet worden war, welches nach Abhaltung des Schlusstermins und nach Durchführung der Schlussverteilung zwar einige Jahre später aufgehoben wurde. Es sind aber persönliche Verbindlichkeiten des Fondsmanagers verblieben, deren Abtragung erst im Jahre 2004 abgeschlossen werden konnte. Diese Angaben haben in den Verkaufsprospekt keinen Eingang gefunden.

Vermittler haben Anlegern Sicherheit suggeriert

Die Anlagevermittler lockten die Anleger in vielen uns bekannten Fällen mit dem Namen des Fonds „Altersvorsorgefonds“ und mit der Möglichkeit der Beteiligung durch Ratenzahlung. Doch die meisten von Ihnen konnten die Risiken des geschlossenen Fonds bei Vertragsschluss nicht abschätzen. Fraglich ist auch, ob die Anleger die Risiken wirtschaftlich überhaupt tragen können, wenn es beispielsweise zu einer Inanspruchnahme für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft kommt.

Hilfe durch Anlegeranwälte

Deshalb raten wir allen Betroffenen, sich von einem auf das Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt beraten und Ansprüche prüfen zu lassen.