21. November 2019
 

SHB Innovative Fondskonzepte AG& Co. Erlenhofpark-Unterhaching KG

SHB Innovative Fondskonzepte AG & Co. Erlenhofpark-Unterhaching KG

Die SHB Innovative Fondskonzepte AG & Co. Erlenhofpark München-Unterhaching KG ist der dritte geschlossene Immobilienfonds der SHB Innovative Fondskonzepte AG. Der Prospekt stammt aus dem Jahr 2004, der Fonds wurde 2006 mit ca. 6.800 Gesellschaftern geschlossen. Das Fondsvolumen ist mit ca. 168 Mio. Euro prospektiert, davon ca. 96 Mio. Euro Eigenkapital, 66 Mio. Euro Fremdkapital und ca. 6 Mio. Euro Mieteinnahmen. Die Laufzeit des Fonds ist bis 2035 prospektiert. Die prospektierte Rendite liegt zwischen ca. 7 und 8 %.

Fünf verschiedene Beteiligungsformen

Anleger konnten sich in fünf verschiedenen Beteiligungsformen an dem Fonds beteiligen. Vier der Beteiligungsformen sind Kommanditbeteiligungen (Renditemaxx, Clevere Kombi, Immorente Plus, Immorente), die fünfte die eines Stillen Gesellschafters (Classic). Die sogenannten Vollzahler (Renditemaxx ) haben ihre Einlage sofort in voller Höhe geleistet, die sogenannten Halbzahler (Clevere Kombi) haben zunächst die Hälfte ihrer Einlage geleistet und die andere Hälfte in Raten, die sogenannten Anzahler (Immorente Plus) haben zunächst 5 % ihrer Einlage geleistet und den übrigen Teil in monatlichen Raten und die sogenannten Ratenzahler (Immorente) haben ihre gesamte Einlage in monatlichen Raten geleistet. Die Stillen Gesellschafter (Classic) haben ihre Einlage sofort in voller Höhe geleistet. Die Mindestbeteiligung der Kommanditisten liegt bei 7.000 Euro, die der Stillen Gesellschafter bei 10.000 Euro. In Verbindung mit den verschiedenen Kommandit-Beteiligungsformen konnte der Fonds auch Kleinanlegern angeboten werden.

Investment in den Erlenhofpark

Der Fonds hat 107 Mio. Euro in den Erlenhofpark München-Unterhaching (Gewerbepark) investiert und dazu 94 % der Objekt-KG erworben. Weitere Immobilieninvestitionen sind nicht vorgesehen. Daneben sollten Investitionen in einen breit gestreuten Aktienfonds der DWS zur Liquiditätsreserve erfolgen. Der Wertzuwachs des Aktienfonds ist mit durchschnittlich 7,9 % p.a. kalkuliert worden.

Hohe Ausschüttung, wenig dahinter

Voll- und Halbzahlern ist eine gewinnunabhängige Ausschüttung in Höhe von 6 bzw. 7 % ab der Einlageleistung zugesagt worden. Zudem haben sie nach dem Gesellschaftsvertrag das Recht, zum 31.12.2017 jeweils 50 % ihrer Einlage zurückzufordern. Im Übrigen ist eine Kündigung der der Beteiligung erstmalig zum 31.12.2022 möglich.

Stille Beteiligung

Den stillen Gesellschaftern ist eine vorrangige gewinnunabhängige Ausschüttung in Höhe von 6 bzw. 8 % zugesagt worden. Eine Kündigung der Beteiligung ist erstmals zum 31.12.2008 (6 %) bzw. 31.12.2011 (8 %) möglich. Zudem kann die Beteiligung zu diesen Terminen in Kommanditkapital (Renditemaxx) gewandelt werden.

2014 berichtete die Fondsgeschäftsführung des SHB Innovative Fondskonzepte AG & Co. Erlenhofpark München-Unterhaching KG (jetzt firmierend unter SonnenHöhe Unterhaching GmbH & Co. KG), dass sie an Wir haben an dieser Stelle bereits verschiedentlich über die Fonds der SHB Innovative Fondskonzepte berichtet. Einer der dortigen Fonds, der „Erlenhofpark München-Unterhaching“, jetzt firmierend unter „SonnenHöfe Unterhaching GmbH & Co. Fonds KG“ appelliert in einem aktuellen Rundschreiben an alle Anleger, ausstehende Ratenzahlungen doch weiter zu leisten. "mit fadenscheinigen Gründen", findet der auf das Bank- und Kapitalanlagerecht spezialisierte Hamburger Gröpper Köpke Rechtsanwalt Matthias Gröpper.

Nach den Angaben in der zurückliegenden Gesellschafterversammlung fehlen rund € 50 Mio. von den Ratenzahlern, die die sogenannte IMMORENTE gekauft habe. Nach der Einschätzung der Fondsgeschäftsführung sind die Anleger durch Rundschreiben von Rechtsanwälten, die in Aussicht stellen, dass man mit anwaltlicher Hilfe aus dem Fonds „aussteigen“ könne, verunsichert worden. "Und jetzt", sagt Rechtsanwalt Matthias Gröpper, "kommt's": Durch die durch die Nichteinzahlung der Sparraten könne die Gesellschaft in die ernste Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit geraten würde, die wiederum zu einer Insolvenz führen würde.

Das ist albern. Meint Rechtsanwalt Gröpper. Denn durch die Rückabwicklung wird das Gesellschaftskapital des Fonds nach seiner Einschätzung nicht gefährdet. "Denn nur die Schuldner wechseln. Und für die Anleger ist es nach unserer Meinung besser, wenn Dritte, beispielsweise der Vermittler oder Initiatoren, in der Haftungsfalle sitzen. Und die Anleger geschützt werden. Aber dadurch wird der Gesellschaft kein Kapital entzogen."

Menschen, die das behaupten, haben keine Ahnung vom Gesellschaftsrecht, meint Anlegeranwalt Gröpper. Und hält diese Aussagen für ein scheinheiliges Geschwätz: "Der Bundesgerichtshof sagt laufend, dass Ansprüche gegen die Fondsgesellschaft mit dem soagenannten Auseinandersetzungsguthaben abgegolten werden. Das ist verienfacht gesagt der Ist-Wert der Beteiligung. Dies vorausgeschickt muss der Fonds nichts zahlen, was er nicht hat. Aber das gilt nicht für Dritte. Vermittler und Initiatoren haften unter bestimmten Voraussetzungen auf den vollen Kaufpreis. Und was die draus machen, kann den Fonds nach unserer Einschätzung nicht belasten."